Faris Al-Sultan und Andi Böcherer haben dem Ironman Regensburg nun wirklich ihren Stempel aufgedrückt. An dem heutigen Tag hatten sie keine Konkurrenz in der Oberpfalz und holten sich die ersten beiden Podiumsplätze.
Der Druck lastete vor dem Rennen auf den designierten Favoriten Faris Al-Sultan und letztendlich hielt er diesem auch Stand, obwohl es Andi Böcherer ihm nicht leicht machte. Im Guggenberger See legten sie die Grundlage für die heutige Leistung.
Christof Wandratsch, der sich 4 Wochen nach einem ersten Versuch wieder in den Kampf um die Hawaiislot-Quali stürzte, war die Lokomotive des Abu Dhabi Triathlon Team. An seinen Beinen hing Faris Al-Sultan und ein wenig zurück Andi Böcherer, der den beiden im Wasser nicht folgen konnte.
Auf dem Rad zeigte Andi aber sofort, was in ihm steckt. Die 30 Sekunden Schwimmrückstand waren bald aufgeholt und nach wenigen Kilometer in einen Vorsprung umgewandelt. An der Spitze musste auf der windigen Radstrecke jeder für sich kämpfen, Andi an erster Position, Faris an 2. und Horst Reichelt, ein Ironman Rookie, anfänglich an der 3. Position.
Mit mehr als 3 Minuten Vorsprung wechselte Andi Böcherer auf die Laufstrecke und Faris hatte es auch nicht besonders eilig. Nach einem Besuch auf der Toilette waren es sogar mehr als 4. Al-Sultan begann zwar kontinuierlich Zeit aufzuholen, jedoch nicht so viel, dass er Böcherer ernsthaft gefährden hätte können. Andi sah lange wie der Sieger aus, der sehr regelmäßig seine Kilometer herunterspulte.
Die 3. von 4 Laufrunden wurde ihm aber zum Verhängnis. Andi brach ein und Faris Aufholjagd bekam auf einmal mehr Schwung. Innerhalb von wenigen Kilometern hatte der Rountinier den 27-jährigen Freiburger gestellt, der sich ohne Widerwehr überholen ließ. Auf den letzten Kilometern konnte Faris seinen Vorsprung auf knapp 5 Minuten vergrößern. Ziemlich gezeichnet lief er in 8:13:37 über die Ziellinie, um einen entscheidenden Erfolg reicher.
Weniger als 5 Minuten später wurde Andi Böcherer von Frau und Tochter im Ziel empfangen. Sein schon fast sicherer Sieg wurde ihm zwar auf den letzten Metern genommen, als Entschädigung gibt es aber zumindest einen Slot für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mit einem ausgezeichneten Laufsplit kam Nils Goerke den beiden Teammitgliedern noch nahe.
„Die letzten Wochen waren für das Team mehr als erfolgreich,“ sagt Faris Al-Sultan im Ziel „das hat mich heute auf jeden Fall motiviert, einfach alles zu geben. Der Sieg in Regensburg, in meiner bayrischen Heimat, war ein ganz besonderer, dem ich schon längerer Zeit hinterherlief. Nach den Verletzungen und Problemchen der letzten Zeit, tut so ein Erfolg wirklich gut.“
Andi Böcherer im Ziel: „Es ist natürlich hart, so lange an der Spitze zu sein und dann doch noch überholt zu werden. Aber der Sieg bleibt im Team und ich bin meinem großen Traum eines Ironmansieges ein großes Stück näher gekommen. Das und der Hawaiistartplatz sind die großen Geschenke dieses Wochenendes.“
Christof Wandratsch wurde nach der Teamleistung beim Schwimmen nicht wirklich belohnt. Er war nach all den Bewerben der letzten Wochen müde und blickte einem harten Tag entgegen, durch den er sich aber bravourös kämpfte.